Rezension »Einführung in XHTML, CSS und Webdesign« von Michael Jendryschik

Mit Einführung in XHTML, CSS und Webdesign legt Autor Michael Jendryschik die 2. Auflage seines Buches vor. Diese Auflage entspricht dem gleichnamigen Online-Tutorial auf der Website des Autors.

Der Inhalt

Abbildung des rezensierten BuchsDas Buch folgt einem strengen, sinnvollen Aufbau. Zu Beginn werden sehr ausführlich die Grundlagen vermittelt. Der Leser erhält Basiswissen zu allem, was in der späteren Arbeit mit XHTML und CSS vorausgesetzt wird. Die Grundlagen nehmen in ihrer Ausführlichkeit auch tatsächlich einen nicht unwesentlichen Teil des Buches ein. Man kann das viel finden, mich hat es jedoch begeistert. Nicht alles ist zwingend notwendig, um den später im Buch zu lernenden Stoff zu verstehen, ich empfehle jedoch, nichts in diesem Bereich zu überspringen. Interessant ist es allemal, so wird z. B. auch auf die Entstehung des Internets eingegangen.

Mir als gelerntem Schriftsetzer hat besonders der Teil »Typografie« gefallen. Es ist das erste Mal, dass ich in einem Buch zum Thema Webdesign in dieser Ausführlichkeit etwas über korrekte Gedankenstriche, Anführungszeichen und Apostrophe gefunden habe. Allein hierfür gebührt Michael mein Dank.

Der nächste Abschnitt widmet sich den zu verwendenden Hilfsmitteln beim Webauthoring. Verschiedene Editoren, Validatoren, Programme zur Bildbearbeitung und nützliche Tools werden vorgestellt. Gerade bei den Tools gibt es unglaublich viel, was dem Webautor die Arbeit erleichtert. Ich nenne nur Firebug, das aus meiner Arbeit nicht mehr wegzudenken ist.

Und dann geht es endlich in Medias Res; XHTML ist der Titel des nächsten Abschnitts. Michael Jendryschik geht ausführlich auf den grundsätzlichen Aufbau von XHTML-Dokumenten ein und erklärt die Syntax und das Vokabular. Hier beginnt dann auch der praktische Teil. Das obligatorische Hallo-Welt-Beispiel finden wir dann auch auf Seite 186.

Wir finden in diesem Kapitel nicht nur eine reine Auflistung von Elementen und den möglichen Attributen sondern der Autor gibt auch Tipps zur Arbeitsweise beim Schreiben und zur Anwendung der Elemente. Der Leser sollte anschließend in der Lage sein, das semantisch jeweils am besten passende Element für seinen Inhalt zu finden. In der gegebenen Form halte ich das auch für eine sinnvolle Wiederholung auch für den fortgeschrittenen Webautor.

In der gleichen Qualität geht es im Kapitel CSS weiter. Hier wird gezeigt, wie das von Präsentationseigenschaften freie XHTML-Dokument mit ansprechender Optik versehen wird. Eine kurze Einführung zum Thema, in der neben der Kaskadierung und Vererbung auch auf die Kommentierung der CSS-Dateien anhand von CSSDOC und auf Bugs und Hacks eingegangen wird, wird gefolgt von einer ausführlichen Auflistung der Eigenschaften und Werte. Auch hier finden sich wieder reichlich praxisrelevante Tipps wo andere Autoren sich oft nur auf die reine Erklärung beschränken.

Die Krönung des Buchs ist das letzte Kapitel (vom Anhang abgesehen). Mit der Kochbar wird eine ansehnliche Beispielwebsite erstellt. Das auf den bisher gelesenen Seiten erworbene Wissen kann hier direkt praktisch angewandt werden. Das äußerst ansehnliche Design von Manuela Hoffmann wird nun in sehr gut beschriebenen Schritten nachvollziehbar umgesetzt. Liegt die Zielsetzung anfänglich auf der reinen Information und damit der Auswahl der korrekten Elemente und deren Anordnung, wechselt Michael anschließend folgerichtig in die Umsetzung des Designs mit CSS. Auch hier ist jeder Schritt anhand des vorher Erlernten nachvollziehbar. Der Einsteiger hat am Ende des Kapitels das Erfolgserlebnis einer mit Webstandards umgesetzten Website, die er – von den eingebundenen Grafiken abgesehen – eigenhändig erstellt hat. Gerade zu Beginn einer Webautorenkarriere ist ein solches Erfolgserlebnis eine tolle Motivation, um in dieser Richtung weiterzumachen.

Das Buch schließt dann mit einem ausführlichen Glossar im Anhang.

Der Autor

Michael Jendryschik ist ein Vollblut-Webautor. Neben seiner Arbeit als Leiter der Webentwicklung bei der itemis AG zeichnet er für zahlreiche Fachartikel auf seiner Website und in den einschlägigen Fachzeitschriften verantwortlich. Ich kenne Michael dann auch noch als Webkraut und – was mir erst beim Lesen wieder bewusst wurde – als Regular der Newsgroup de.comm.infosystems.www.authoring.misc, in der ich gerade zu meinen Anfangszeiten in diesem Bereich fleißig mitgelesen und sporadisch mitgeschrieben habe.

Die Zielgruppe

Das Buch wendet sich an Einsteiger, wie aus dem Titel unschwer zu entnehmen ist. Wie so oft, ist aber auch für den Fortgeschrittenen Webautor etwas interessantes zu finden, und wenn es nur die Auffrischung bereits erworbenen Wissens ist. Wer sich allerdings Webdesigner nennt und immer noch mit Tabellenlayouts arbeitet, sollte sich zwingend mit diesem Buch beschäftigen. Hier lernt man, wie man es richtig™ macht!

Das Fazit

Lesebefehl für den ambitionierten Einsteiger

Links zum Buch

Technische Angaben

  • Einführung in XHTML, CSS und Webdesign
  • Standardkonforme, moderne und barrierefreie Websites erstellen
  • von Michael Jendryschik
  • ISBN 9783827327390
  • Addison-Wesley-Verlag, 12/2008
  • 564 Seiten, gebunden

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Rezension »Little Boxes Teil 2« von Peter Müller

Der Inhalt

Little Boxes Teil 2Es handelt sich um die Fortsetzung des Buches »Little Boxes«, das mittlerweile als Kultbuch und Standardwerk für den Einstieg in XHTML und CSS gilt. Im ersten Teil ging Autor Peter Müller auf die Grundlagen der Webseitenerstellung ein und vermittelte dem Leser die Grundbegriffe von standardkonformem Webdesign.

Diese Grundlagen vorausgesetzt, geht es nun sozusagen in den Fortgeschrittenen-Kurs. Neben der Optimierung und Organisation der CSS-Dateien widmet sich Müller verschiedenen Formen der Darstellung von Navigationslisten, teils auch über zwei Ebenen. Weiter werden verschiedene Ansätze der Gestaltung von Texten, Tabellen, Listen und Formularen gezeigt. Auch die berühmte dehnbare Box mit runden Ecken beherrscht der Leser nach dem entsprechenden Kapitel.

Einen großen Teil seines Buches widmet Peter Müller dem CSS-Framework YAML von Webkraut Dirk Jesse. YAML versetzt den Nutzer in die Lage, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben mit wenig Aufwand flexible Layouts zu erstellen. In diesem Teil des Buchs wird die Praxistauglichkeit durch Überführung des Beispiellayouts der vorangegangenen Kapitel in das Framework bewiesen.

Das Buch ist leicht zu lesen und die Beispiele, Erklärungen und Aufgaben sind einfach nachzuvollziehen. Der Stoff wird sachlich, aber keinesfalls zu trocken präsentiert. Alle Beispiele des Buchs sind auf der mitgelieferten CD zu finden. Dazu gibt es noch etliche Tools, die die Arbeit erleichtern.

Dadurch, dass manche Beispiele entsprechend der Zielgruppe eher einfach gehalten sind, kann eine vorgeschlagene Umsetzung bei der Realisierung in komplexeren Umgebungen Probleme schaffen. So wird z. B. die Darstellung eines Initials dadurch gelöst, dass in dem Absatz mit der Klasse .dropcap ein span um den ersten Buchstaben gelegt wird. Angesprochen wird dieser Buchstabe dann im CSS über .dropcap span. Sollte nun der Autor des Textes auf die Idee kommen, ein Wort in einer anderen Sprache zu kennzeichnen, also mit <span lang="en" xml:lang="en">Word</span>, wird die Darstellung sicher spannend, da ja schließlich jedes span selektiert wird. Solche Fehler sind im Buch aber kaum zu finden und gleichzeitig erhält der Leser durchaus das Wissen, unvorhergesehene Auswirkungen eines unvollständigen oder bewusst einfachen Tipps abzustellen.

Der Autor

Peter Müller arbeitet als IT-Dozent. Bereits von ihm erschienen sind Band 1 von Little Boxes und das Little-Boxes-Videotraining.

Die Zielgruppe

Wer den ersten Teil von Little Boxes gelesen und verstanden oder sich auf andere Weise die ersten Grundlagen von XHTML und CSS angeeignet hat, findet in diesem Buch die ideale Weiterbildung.

Das Fazit

Absolut empfehlenswertes Buch für den ambitionierten Einsteiger. Je nach Vorbildung des Lesers sollte erst Band 1 gelesen werden.

Links zum Buch

Technische Angaben

  • Little Boxes Teil 2
  • Webseiten gestalten mit CSS
  • von Peter Müller
  • Markt + Technik Verlag, 01/2008
  • 394 Seiten, kartoniert/broschiert mit CD-ROM
  • ISBN 9783827243072

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Rezension »Transcending CSS« von Andy Clarke

Der Inhalt

Produktabbildung Transcending CSSDer Untertitel des Buch lautet »Neue kreative Spielräume im Webdesign«. Mit dieser Vorgabe versuchen die Autoren, dem Leser weitere Möglichkeiten zu erschließen, um durch die Nutzung von standardkonformem XHTML und CSS Design umzusetzen, das so bisher im Internet nicht möglich oder nur mit anderen Mittel darstellbar war.

Das beschriebene Vorhaben klappt ganz gut. Für den Webdesigner, der sich in seiner täglichen Arbeit bereits mit CSS beschäftigt, findet sich allerdings wenig Neues. Erst am Schluss wird auf wirklich neue Möglichkeiten eingegangen, die sich durch die Nutzung von CSS3 ergeben. Leider gibt es derzeit keine Browser, die die beschriebenen Ideen vollumfänglich unterstützen, sodass es für diesen Punkt bei Ausblicken in die Zukunft bleiben muss.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr lohnendes Buch. Allein die Optik und Haptik setzt sich wohltuend von vielen Büchern im Bereich Webdesign/Programmierung ab. Die beschriebenen Techniken werden nicht nur durch die üblichen Screenshots sondern auch durch zahlreiche Fotos begleitet. Zusammen mit dem hochwertigen Papier und dem leicht ungewöhnlichen fast quadratischen Format wirkt Transcending CSS sehr inspirierend.

Neben den Möglichkeiten des Einsatzes von bekannten Techniken wird auch die Anwendung von Wireframes im Designprozess beschrieben.

Die Autoren nehmen in Kauf, dass die entstandenen Designs nicht in jedem vom Nutzer verwendeten Browser identisch aussehen. Da diese Einstellung durchaus umstritten ist, werden auch gleich Argumentationsvorlagen für Auftraggeber mitgeliefert. Es ist zu hoffen, dass ausreichend Designer auf diesem Weg ihre Auftraggeber überzeugen können; nur so ist eine Weiterentwicklung auf dem Weg zu einem ohne technische Einschränkungen nutzbaren CSS möglich.

Die Autoren

Andy Clarke ist ein britischer Webdesigner mit eigener Agentur. Wie auch die Co-Autorin Molly E. Holzschlag, ist Andy Clarke Mitglied im Web Standards Project und hat 2006 die Website der Organisation neu gestaltet.

Mitautorin Molly E. Holzschlag wurde der breiten Masse der Webdesigner spätestens durch ihre Mitarbeit am Buch »Zen und die Kunst des CSS-Designs« von Dave Shea bekannt. Sie gehört zu den einflussreichsten Frauen im Web.

Beide Autoren sind Mitglied des W3C.

Die Zielgruppe

Die Zielgruppe des Buchs ist klar umrissen: Webdesigner und Webworker sollten sich das Buch kaufen. Grundlegende Vorkenntnisse in XHTML und CSS werden vorausgesetzt.

Das Fazit

Da Buch ist optisch und inhaltlich ein Genuss. Trotz des nicht ganz günstigen Preises von 44,95 Euro gibt es eine klare Kaufempfehlung von mir.

Links zum Buch

Technische Angaben

  • Transcending CSS
  • Neue kreative Spielräume im Webdesign
  • von Andy Clarke, Mitarbeit von Molly E. Holzschlag
  • ISBN 9783827325457
  • Addison-Wesley-Verlag, 05/2007
  • 372 Seiten, kartoniert/broschiert

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Rezension »Bulletproof Webdesign« von Dan Cederholm, 2. Auflage

Der Inhalt

Produktabbildung Dan Cederholm: Bulletproof WebdesignIn seinem Buch Bulletproof Webdesign zeigt Autor Dan Cederholm, wie man Webseiten kugelsicher (»bulletproof») gestaltet. Gemeint ist, mit Hilfe standardkonformen Quellcodes (HTML oder XHTML) in Verbindung mit CSS eine Webseite so aufzubauen, dass Änderungen durch den User, wie das Abschalten von Grafiken oder die Vergrößerung der Schrift um mehrere Stufen, zwar das Layout der Seite verändern können, aber weiterhin alle Inhalte les- und wahrnehmbar lassen.

Cederholms Buch ist sinnvoll strukturiert. In jedem der ersten acht Kapitel greift er sich eine Beispielseite bzw. einen Seitenbestandteil, der nicht kugelsicher ist. Es folgt eine anschauliche Erklärung, warum eben dieser Bereich nicht kugelsicher ist. Anschließend wird dem Leser auf sehr anschauliche Art gezeigt, wie die Seite bei gleicher oder nahezu gleicher Optik besser umzusetzen ist.

Dazu wird valides semantisches XHTML verwendet, das dann mit CSS in Form gebracht wird. Cederholm hält sich strikt an die Trennung von Inhalt und Aussehen. In einigen Fällen ist für die gewünschte Umsetzung zusätzliches Markup nötig, der Gebrauch hält sich aber in sehr vernünftigen Grenzen und wird in jedem Fall anschaulich begründet.

Alle Beispiele im Buch sind sehr ausführlich mit Codebeispielen und Screenshots dokumentiert.

Im letzten Kapitel werden die Erkenntnisse aus den ersten acht Kapiteln genutzt, um eine ganze Seite kugelsicher aufzubauen. Hier wird noch einmal anschaulich verdeutlicht, dass kugelsicheres Design kein Wunschdenken sondern absolut praktikables Handwerk ist.

Das Buch liegt mittlerweile in der zweiten Auflage vor. Einiges wurde aktualisiert und erweitert, um den Entwicklungen im CSS-Design und neuen Browser-Versionen Tribut zu zollen. Wo nötig wird nun beispielsweise auf Eigenarten des Internet Explorer 7 (IE7) hingewiesen.

Nettes Detail: Die Einschüsse, die auf dem Titel zu sehen sind, sind eingeprägt und somit auch fühlbar.

Die Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Webdesigner und Webautoren bzw. an jeden, der mit der Erstellung einer Website in Berührung kommen kann.

Das Fazit

Manche der Beispiele im Buch sind konstruiert, damit sich das Layout auf jeden Fall mit den gegebenen Mitteln umsetzen lässt. Nicht jedes Design lässt sich mit den Bulletproof-Rezepten realisieren. Das kann man allerdings nicht dem Autor oder dem Buch ankreiden sondern es ist den Designern zur Last zu legen, die von der Umsetzung keine Ahnung haben. Gerade für diese Gruppe sollte das Buch als Pflichtlektüre gelten.

Das gilt aber auch für jeden Webautor, jeden Webdesigner und überhaupt jeden, der auf Quellcodeebene an einer Website arbeitet. Nicht umsonst hat es das Buch schon zum Standardwerk in Kreisen der sich an Webstandards haltenden Webautoren gebracht.

Links zum Buch

Technische Angaben

  • Bulletproof Webdesign
  • absolut flexibel und für alles gewappnet mit CSS und XHTML
  • von Dan Cederholm
  • ISBN-10: 3-8273-2629-X
  • ISBN-13: 9783827326294
  • Addison Wesley Verlag, 12/2007, zweite Auflage
  • 294 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Gebunden

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Hovereffekte mit CSS-Sprites

Während ich ja bisher eher die Artikel anderer Autoren übersetzt oder Artikel über einige andere Websites oder auch Buchrezensionen geschrieben habe, ist nun mein erster Artikel mit technischem Inhalt erschienen.

In »Hovereffekte mit CSS-Sprites«, veröffentlicht bei den Webkrauts, zu deren wachsender Mitgliederliste ich mich mit Stolz zähle, beschreibe ich anhand eines einfach nachzuvollziehenden Beispiels eine Technik, die die Änderung der Optik von Links beim Überfahren mit der Maus ohne Austausch der Hintergrundgrafik ermöglicht.

Viel Spaß beim Lesen.

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